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Was ist eine Rhizomsperre und wie baut man sie ein? - Gräserwelten

Was ist eine Rhizomsperre und wie baut man sie ein?

Rhizomsperre (Wurzelsperre)

Bei der Pflanzung von wurzelausläuferbildenden Bambussen ist der Einbau einer Rhizomsperre unbedingt zu empfehlen. Mit den Jahren können bestimmte Bambusgattungen wie z. B. Phyllostachys, Pseudosasa oder Pleioblastus meterlange Wurzelausläufer, sog. Rhizome, bilden. Diese Rhizome machen vor Grundstücksgrenzen keinen Halt und können sogar Gehwegplatten hochdrücken oder Versorgungsleitungen im Boden beschädigen. Es gibt viele Gruselgeschichten über diese Wurzelausläufer. Diese beruhen aber immer auf einer nicht fachgerecht eingebauten Rhizomsperre oder falschen Materialien.

Augen auf bei der Materialauswahl

Im Internet kursieren viele Anleitungen zum Bau und zur Materialauswahl einer Rhizomsperre. Oft werden Teichfolien, Kantsteine, Vliese oder was der Hobbygärtner noch so im Schuppen oder hinter der Garage liegen hat, empfohlen. Es klingt im ersten Moment zwar gut und kostengünstig, vorhandene Materialien zu verwenden und Geld zu sparen, ist im Endeffekt aber kein Vorteil. Das nachträgliche Ausgraben von ausgebrochenen Rhizomen ist eine schweißtreibende, nervige Angelegenheit und führt am Ende doch zum Einbau einer sicheren Sperre. Eine „richtige“ Rhizomsperre ist aus 2 mm dickem HDPE, einem sehr festen und zugleich flexiblen Kunststoff. Einen Versuch der Hochschule Weihenstephan zur Rhizomfestigkeit von Rhizomsperren aus HDPE kannst du hier nachlesen.

Wie tief muss eine Rhizomsperre sein?

Für Bambus haben sich Rhizomsperren-Bahnen von 70 cm Höhe bewährt, bei stark wüchsigen Arten und hohen Hecken 100 cm. Der Graben wird entsprechend 65 bzw. 95 cm tief ausgehoben, sodass die Sperre nach dem Einbau noch 3 bis 5 cm aus dem Boden herausragt. Dieser Überstand ist wichtig: Rhizome wachsen sonst oberirdisch über die Kante hinweg. Kontrolliere den sichtbaren Rand einmal im Jahr und schneide Rhizome, die darüber hinwegwachsen wollen, einfach ab.

Einbau einer Rhizomsperre

  • Miss den Bereich aus, in dem sich der Bambus ausbreiten darf (Umfang).

Bei Hecken empfiehlt sich eine Tiefe (Vorderkante bis Hinterkante) von min. 1 Meter. Bei einer 10 Meter langen Hecke kommst du so auf 22 Meter Rhizomsperre (10 m vorne, 1 m links, 1 m rechts, 10 m hinten). Es empfiehlt sich, immer ein paar Meter Rhizomsperre mehr zu nehmen, falls die Sperre doch etwas breiter wird.

  • Bestelle bei uns die gewünschte Meteranzahl und eine passende Verschlussschiene.
  • Hebe einen 65 cm bzw. 95 cm tiefen Graben aus, die Breite ist relativ egal. Die Sperre sollte nach dem Einbau noch 3–5 cm aus dem Boden schauen. Den Aushub am besten direkt neben dem Graben aufschütten, er wird später wieder gebraucht.
  • Stelle die Rhizomsperre aufrecht in den ausgehobenen Graben und verschraube die beiden Enden mit der Verschlussschiene. Wenn möglich, sollte überschüssige Rhizomsperre nach außen überstehen.
  • Wenn die Verschlussschiene fest sitzt, schneide mit einem scharfen Messer ein eventuell im inneren Bereich der Rhizomsperre überstehendes Ende so dicht wie möglich an der Verschlussschiene ab. So nimmst du den Rhizomen eine mögliche Angriffsfläche.

Bei fertig verschweißten Pflanzringen entfällt natürlich das Verschrauben der Enden.

  • Nun kannst du den Graben wieder mit dem Aushub auffüllen.
  • Jetzt kannst du mit der Pflanzung des Bambus anfangen.

Kann man eine Rhizomsperre nachträglich einbauen?

Ja, das ist möglich – aber mit Aufwand verbunden. Hebe rings um die Pflanze einen Graben in der oben beschriebenen Tiefe aus, kappe alle Rhizome, die über den geplanten Sperrbereich hinausreichen, und entferne sie möglichst vollständig aus dem Boden außerhalb der Sperre. Anschließend wird die Sperre wie beim Neueinbau eingesetzt und der Graben wieder verfüllt. Kontrolliere in den Folgejahren, ob außerhalb der Sperre noch Austriebe aus zurückgebliebenen Rhizomresten erscheinen, und steche sie konsequent ab.

Oder gleich Bambus ohne Rhizomsperre pflanzen?

Wenn du dir den Aufwand komplett sparen möchtest, greif zu horstbildendem Bambus: Fargesia bildet keine Wurzelausläufer und kommt ganz ohne Rhizomsperre aus – deshalb ist er unsere Empfehlung für die meisten Gärten.